Über Uns

UNSERE Clubfahrzeuge

Wir sind stolz auf unsere einzigartigen Fahrzeuge, bei denen es sich um automobiles Kulturgut handelt. Unsere Viktoria und das Velo stehen, wenn sie nicht ab und zu im Einsatz sind, regelmässig im Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg und sorgen dort immer für Begeisterung der Besucher. Unser Schnauferlbruder Winfried A. Seidel leitet dieses wirklich sehenswerte Museum, vielleicht kommen Sie einmal bei einem Besuch in den Genuss einer persönlichen Führung durch Winfried, ein Erlebnis, das Sie nicht vergessen werden !

Immer wieder sind wir mit der Grundsatzfrage konfrontiert: 
Wollen wir eine Antiquität mit akzeptablen Gebrauchsspuren oder soll es ein Juwel sein, welches vorwiegend funkeln soll? 

Was unsere funktionstüchtigen, fahrbereiten Fahrzeuge angeht, so haben wir uns für authentische Fahrzeuge mit gepflegter Optik entschieden, weil dieser Ansatz dem Selbstverständnis und den Repräsentationsaufgaben des ASC am besten gerecht wird.

In diese Kategorie lassen sich der Benz Victoria, das Benz Velociped und der De Dion-Bouton einreihen.

Unser viertes Fahrzeug der LUX fällt etwas aus der Reihe. Er ist technisch authentisch, aber nicht sehr dauerhaft, daher wollen wir momentan keinen Aufwand in die Erhaltung seiner Einsatzbereitschaft stecken. Vielleicht hat ein Schnauferlbruder mal eine geniale Idee, wie wir beim LUX Originalität mit Einsatzbereitschaft kombinieren können. Bis dahin bleibt der LUX ein wunderschönes Ausstellungsstück

BENZ VICTORIA

Diese Baureihe war bei Benz in den Jahren von 1893 bis 1902 im Lieferprogramm. Unser Wagen kommt aus dem Nachlass von Fritz Held, einem Mannheimer Unternehmer, Schnauferlbruder und Freund von Carl Benz, für den er immer wieder als „Testfahrer“ tätig war (auf dem Daimler-Archivbild aus dem Jahr 1933 ist Fritz Held der 3. v. l. neben Eugen Benz).

Es ist sehr schwierig, das genaue Baujahr für diesen Wagen anhand von Ausstattungsmerkmalen zuzuordnen, weil dieser Wagen für Erprobungszwecke sicherlich immer wieder verändert worden ist. 

Nachdem der Victoria-Wagen während des 2. Weltkrieges verloren geglaubt war, wurde er in einem Schuppen einer Mingolsheimer Tankstelle zufällig von einem Schnauferlbruder entdeckt. Wegen unklarer Besitzverhältnisse musste er damals neu erworben werden.

Im vergangenen Jahr ließen wir unserer Victoria bereits kleinere technische Verbesserungen angedeihen. In diesem Jahr war es die fachmännische und kostengünstige, vor allem aber authentische Erneuerung der Sitzpolster sowie die Reparatur des übrigen Leders an Kotflügeln und Verdeck durch die Lorscher Werkstatt Graf. Um ihre Gewinnung hat sich SB Wolfgang Burkhardt sehr verdient gemacht. Seit Jahren nimmt unsere Victoria an der London-Brighton-Fahrt teil.

BENZ VELOCIPED COMFORTABLE

Das Velo kam im Jahr 1980 aus England zu uns, was man leicht an seinem Nummernschild P 137 erkennen kann. Es stammt aus dem Jahr 1898.
Diese von 1894 bis 1901 in verschiedenen Entwicklungsstufen gebaute Baureihe zeigt bereits die Abkehr von den großen, schwerfälligen Kutschentypen und wurde mit ca. 1200 verkauften Fahrzeugen ein riesiger Erfolg für Benz und zum ersten „Serienfahrzeug“ der Welt. 
Für uns ist es ein zuverlässiger und wenig kapriziöser Vertreter früher Fahrzeugtechnik aus dem Hause Benz, der ebenfalls regelmäßig von London nach Brighton fährt. Leider haben wir im letzten Jahr übersehen, seinen 110. Geburtstag gebührend zu feiern.

DE DION – BOUTON 1911

Anders als bei unseren älteren Fahrzeugen ist beim De Dion das Alter genau zu bestimmen. Die zeitliche Distanz zu den „nur“ 15 Jahre älteren Fahrzeugen wird sofort sichtbar. Er war eine Zeit, in der die Entwicklung aller Aspekte des Automobils rasant verlaufen ist, vielleicht vergleichbar mit der heutigen Mikroelektronik.

Wir wissen über den De Dion-Bouton, dass es es ein Karosserie-Typ CS2 ist. Im aktuellen Fahrzeugbrief findet sich eine Zulassung, die am 2. Mai 1957 in Wien vorgenommen worden ist.

Weiter wissen wir, dass er im Frühjahr 1963 von SB Wilhelm Sebastian (ehemaliges VW Autohaus in Weinheim) aus dem Elsass erworben wurde. Noch im gleichen Jahr ging er ohne große Restaurierungsarbeiten bei der Bertha-Benz-Fahrt mit der Nummer 49 an den Start und ist als erstes Fahrzeug in Pforzheim angekommen.

SB Sebastian hat 1970/71 auf dem Sterbebett den Wagen dann der Landesgruppe übereignet, die ihn unter Pflege- und Erhaltungsauflagen im Automuseum Langenburg untergestellt hat.

2007 wurde er von dort zurückgeholt, 2008 nahm er an der Bertha-Benz-Fahrt teil und ist derzeit Objekt unserer größten Zuwendung.

Während der technische Gesamtzustand als erfreulich zu bezeichnen ist, stellt sich die Karosserie eher problematisch dar.

Unter noch nicht geklärten Umständen wurden nach 1966 Änderungen vorgenommen. Am auffälligsten ist die Freistellung der Spritzwand, die mit einer Verkürzung der Motorhaube einhergeht. Passungenauigkeiten sind die Folge. Am schmerzlichsten ist aber der damit verbundene Verlust an Authentizität.

Ein weiterer, nicht datierbarer Eingriff war die Komplettlackierung mit Polyesterlack. Dieser Lack ist von enormer mechanischer Festigkeit und Härte und erweicht nicht einmal beim Erhitzen. Er ist deshalb ein vorzüglicher Möbellack im Innenbereich, aber ein Fehlgriff für die Lackierung von Holz im Freien. Die Abplatzungen im Fenster- und Türenbereich und Risse in der Holz-Verkleidung überraschen deshalb nicht.

Der Innenbereich im Fond ist zwar nicht authentisch, insgesamt aber in einem noch akzeptablen Zustand. Die Sitzpolster im Fahrerbereich wurden zwischenzeitlich neu mit Leder bezogen.

Es gibt zwar noch eine Reihe von weiteren Unzulänglichkeiten, diese lassen sich aber mit überschaubarem Aufwand beheben.

Insgesamt finden wir also eine solide technische Basis vor, während die Karosserie Handlungsbedarf im Hinblick auf Konservierung und Optik erfordert.

Eine grundsätzlich vertretbare Komplett-Restaurierung ist derzeit nicht vorgesehen, weil sie unsere Finanzkraft übersteigt. Wir streben deshalb für den Augenblick eine aufwandarme Erhaltungsrestaurierung an, wohl wissend, dass uns beim praktischen Einsatz die aufgeschobene Komplett-Restaurierung der Holzkarosserie in den nächsten Jahren doch noch einholen kann.

Allein schon während der knapp 40 Jahre im Besitz der Landesgruppe Tradition hat sich unser De Dion–Bouton den H-Status erworben. Auch deshalb stehen wir zu der daraus erwachsenden Verpflichtung und freuen uns über alle Schnauferlbrüder, die uns hierbei nach Kräften unterstützen.

Ganz aktuell hat unser DeDion gerade das H-Kennzeichen bekommen, nachdem die Technik angepasst wurde.